Offener Brief an meinen Bundestagsabgeordneten

Sehr geehrter Herr Dr. Kühne,

das war ja eine interessante Debatte am letzten Mittwoch im Bundestag über das Bevölkerungsschutzgesetz. Besonders beeindruckend fand ich den Redebeitrag Ihres Fraktionsvorsitzenden Herrn Brinkhaus. Er kann also in der Pandemie schlecht schlafen. Geht mir genauso. Besonders als ich hörte, daß die Bundeskanzlerin die Impfstoffbeschaffung in die bewährten Hände von Frau Dr. von der Leyen gelegt hatte. Die daraus resultierende Verzögerung hat Menschenleben gekostet! Aber das meinte Herr Brinkhaus vermutlich nicht. Es raubt ihm vermutlich auch nicht den Schlaf, daß während der Pandemie allein zwischen 01.08.2020 und 01.01.2021 über 6000 Intensivbetten in Deutschland abgebaut wurden (Quelle: DIVI).

Naja, die Betten stehen physisch noch da, lediglich das dafür benötigte Pflegepersonal hat entweder das Weite gesucht oder wurde abgebaut. Konkrete Beispiele kann ich Ihnen ggf. liefern.

Die Rechnung des Herrn Brinkhaus geht so: Ihr, das Volk verzichtet auf Grundrechte und wir sorgen für Gesundheit. Soweit so demagogisch, Grundrechte gegen Menschenleben!

Mir ist keine Krankheit bekannt, deren Bekämpfung so stark ideologisiert diskutiert wird. Warum eigentlich?

Um vom eigenen Versagen in der Gesundheitspolitik abzulenken? 

Wie wäre es in diesem Zusammenhang mit einer Initiative aus der Mitte des Parlaments für die Einführung eines Gedenktages für die MRSA-Toten, überwiegend Opfer von Gewinnmaximierung im Gesundheitswesen.

Das Gesundheitsministerium wird übrigens seit 2013 von CDU-Ministern geführt.

Coronabedingt ist der Kontakt zu unseren Abgeordneten ja auf elektronische Kommunikation beschränkt, sehr bedauerlich. Es gäbe so viel Diskussionsstoff.

Mit freundlichen Grüßen aus Goslar

Eckhardt Borzym